HSV 2 – FC Niederbipp

Vor meinem inneren Auge entstand an jenem Abend die illusorische Manifestation eines Boxkampfes, denn Parallelen zum Fassball sind durchaus da – zwei Akteure treten sich gegenüber, taktieren, lesen ihr Gegenüber, warten ab, provozieren, verunsichern, verteidigen sich, greifen an, teilen aus, stecken ein, erkennen Schwächen, ergreifen Möglichkeiten, versuchen den Gegner in die Knie zu zwingen.

Die Komposition wirkte, jedenfalls für euren lieben Erzähler, ungewohnt, so gänzlich ohne Hohl’sche Beteiligung, glücklicherweise hatten die Herren Bucher, Kummer und Schläfli keine andere Wahl als ihren indoktrinierten Trieben und sehnsüchtigen Gelüsten nach rauferischer Raserei und fussballerischer Spiellust zu erliegen – Willkommen zurück!

Der HSV begann die Spitzenpartie mit knackigem Passspiel, selbstlosen Laufwegen und viel Überzeugung, war zunächst gefährlicher, agil, ideenreich, unberechenbar und souverän wie ein Klitschko, jedoch ist es niemanden entgangen, dass der Gegner über mehr Antritts- und Reaktionsschnelligkeit verfügt. Dem HSV fiel es zunehmend schwerer, die Zweikämpfe in einer Manier zu führen, wie er es sich zu pflegen vorgenommen hatte. Niederbipp wurde allmählich gefährlicher, hauptsächlich durch ihre früh offenbarte Kernkompetenz, die Standards. Jeder einzelne Eckball war brandgefährlich, hätte jederzeit ein Gegentor bedeuten können. Der HSV war lange Zeit hilflos, als sähe man Cassius Clay unermüdlich auf Nikolai Walujew einprügeln – wie er tänzelnd, vielseitig und schnellkräftig den trägen Russen bearbeitet. Das Zwöi schien in den Seilen zu hängen, konnte sich nicht richtig lösen und verlor viel zu schnell den aufwendig erworbenen Ballbesitz. Nach einer guten Stunde entschieden die Haltner, dass sie nun genug eingesteckt hatten, lancierten einen schnellen Konter und setzten einen linken Haken, der zielgenau einschlug. Der Gegner war erschüttert, sah benommen den sich aufbäumenden und erstarkenden HSV zum nächsten Schlag ausholen und kassierte sogleich dem nächsten Hieb, sackte zu Boden und vermochte sich nicht mehr zu erheben.

Das Zwöi gewinnt das Spitzenspiel (zugegeben mit viel Glück) durch Knockout und steht vorübergehend an der Spitze der Tabelle.

Claude Hohl

Badir gefällts!

Seit rund einem Jahr ist Badir Deveci nun im Traineramt, er scheint derart davon angetan zu sein, sodass er bereits zugesagt hat, sein Engagement für den HSV bis zum Sommer 2021 zu verlängern. Die ehrgeizige 1. Mannschaft kann sich somit freuen, weiterhin von der sportlichen Kompetenz und Beflissenheit ihres Trainers zu profitieren.

Stellvertretend für den Vorstand danke ich Badir für den bisherigen und künftigen Einsatz und wünsche ihm und dem Team für die Zukunft viel Erfolg und Freude am Fussball!

Philip Hohl
Sportchef

2. Mannschaft: Tabellenführer

Mit breiter Brust reiste das „Zwöi“ am diesem verregneten Samstag zum letzten Vorrundenspiel zum Leader nachGrenchen. Immerhin wurde am Wochenende zuvor der damalige Leader Gerlafingen mit 6:1 besiegt. Mit einem Sieg gegen Italgrenchen würde man selber auf dem ersten Tabellenplatz überwintern.

Also Motivation genug für die Mannen der Zweiten Mannschaft.
Das Trainerduo Wälchli/Stampfli hatte jedoch in der Vorbereitung auf das letzte so wichtige Spiel mit einer Absagenflut zu kämpfen. So zogen es einige vor, ChallangeLeague Spiele zu besuchen, andere wiederum waren mit Dreharbeiten zur Sendung „Shopping Queen – Ausgabe Fasnacht“ beschäftigt.
Der sonst so besonnene Coach Stampfli tat seinen Ärger hörbar kund. Danach lag die Konzentration wieder auf der Vorbereitung des Spitzenspiels.

Für die Einstimmung blieb ohnehin nicht viel Zeit. Aufgrund fehlender Lichtmasten musste das Spiel eine Viertelstunde früher angepfiffen werden.

Der HSV kam von Anfang an gut zurecht und konnte auch schon erste Chancen verzeichnen. Jedoch scheiterten Kevin „Dimitri“ Wälchli, Rohde sowie auch Jost am Torwart oder am eigenen Unvermögen.
Und wie der ehemalige deutsche Fussballspieler Jürgen Wegmann schon zu sagen pflegte: „Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu“. So wurde dem fleissigen Wälchli zuerst ein Tor zu Unrecht aberkannt und auch einen klaren Elfmeter verwehrt. 

„Wer vorne die Tore nicht macht, wird hinten bestraft!“ Noch so eine schlaue Fussballweisheit, welche sich aber im Falle des HSV bewahrheitete. Eine unglückliche Aktion führte zu einem Handspenalty für Grenchen, welchen diese souverän verwerteten.

Motivator Wälchli (senior) sprach dem Team in der Pause Mut zu. Druck auf den Ballführer und eine noch offensivere Spielweise war die Vorgabe.

Dies wurde in den ersten Minuten gut umgesetzt und auch Hohl kam zu seiner ersten Torchance. 
Freilich nicht der lauffreudigste Spieler, jedoch steht er ab und zu am richtigen Ort. So auch beim Ausgleich. Eine Flanke vom starken Niggelerkonnte der Torwart noch vor dem heranstürmenden Jost klären, Hohl konnte den Abpraller aus rund 11 Metern verwerten. Beim anschliessenden Führungstor war es Jost der einen Nachschuss von S. Bommer verwerten konnte. Das Spiel war nun völlig in den Händen der Gäste. Beim 1:3 liess Hohl den Ball für Jost passieren (natürlich absichtlich 🙂 ) und dieser schob gekonnt ein. In der Folge vergab der HSV noch einige sehr gute Möglichkeiten. Sämi Bommer – der ein gutes Spiel zeigte – vergab die Beste aus kurzer Distanz. Den Schlusspunkt zum 1:4 setzte Captain F. Büttiker gewohnt sicher vom Punkt aus. 

Der HSV überwintert nun auf dem ersten Tabellenplatz. Dies ist wahrlich eine aussergewöhnliche Leistung, die sicherlich auf den guten Mannschaftszusammenhalt und demgegenüber den letzten Jahren breiteren und ausgeglicheneren Kader zurückzuführen ist. So können auch Ausfälle besser aufgefangen werden als in den Jahren zuvor. Trotzdem gilt es nun konzentriert weiter zu arbeiten, um an die erfolgreiche Vorrunde anzuknüpfen.

Das „Zwöi“ bedankt sich herzlich bei den treuen Fans, die uns bei jedem Wetter und jedem Spiel immer unterstützten. Wir sehen uns hoffentlich im Frühling wieder 🙂

GS Italgrenchen : Haltener SV 1:4 (1:0)
Sportplatz Riedern, Grenchen
Tore: 45. Dziagwa (Handspenalty) 1:0, 56. Ph. Hohl 1:1, 66. Jost 1:2, 72. Jost 1:3, 90. F. Büttiker (Foulpenalty)

Haltener SV: Bärtschi – Niggeler (70. M. Büttiker), P. Jost, Stampfli, F. Büttiker ­­­­­­­– K. Wälchli, Rohde, Kaiser (60. S. Bommer), Se. Bommer (50. Ryser – 80. C. Büttiker) – S. Jost, Ph. Hohl

Bemerkungen: HSV ohne Brägger (nicht eingesetzt), C. Hohl (Arbeit), P. Hohl, Hürlimann, Hilpert, Winistörfer, Schärlig, Streit, J. Wälchli(privat)

2. Mannschaft: Sieg in Derendingen

An einem regnerischen Sonntag trat der Haltener SV auswärts gegen den SC Derendingen an. In einem ein wenig in die Jahre gekommen Stadion Heidenegg, strebte die Gastmannschaft die drei Punkte an. Der auf vielen Positionen veränderte Haltener SV startete noch ein wenig Müde in die Partie. Am Anfang vermochte weder der HSV noch der SC Derendingen das Spieldiktat zu übernehmen. Nach und nach fand der HSV besser ins Spiel und spielte sich gute Torchancen heraus. Wie üblich versagten aber Kevin Oberlin vor dem Tor die Nerven.

So musste der Schiedsrichter Hilfestellung geben, nach einem Foul an Niggeler entschied  er richtigerweise auf Penalty. Diesen verwertete Captain F. Büttiker eiskalt. Noch vor der Pause folgten noch zwei weitere Tore von Winistörfer und Rohde. Auf der Bank machte man Wetter- und Resultatvorhersagen für die zweite Halbzeit. Beides sollte sich nicht bewarheiten. In Halbzeit zwei machte der HSV noch das Nötigste, während der SC Derendingen kaum gefährlich wurde. Derendingen konnte zwar noch drei Tore verzeichnen – gemäss Trainer Stampfli drei Tore zu viel – diese waren aber Unkonzentriertheiten im Defensivverhalten des HSV geschuldet. Nichtsdestotrotz kam es die Mannschaft am Montag im Konditionstraining zu spüren.

Jedoch vermochte der HSV den 3 Tore Vorsprung jederzeit zu wahren. Auch als T. Niggeler die Sense auspackte und den Gegner seidenfein von den Beinen holte und somit einen Penalty verschuldet. Die Mannschaft wartet noch dankend die Harasse des flüssigen Goldes ab. Die spektakulärste Aktion an diesem Sonntagnachmittag war wohl der in die Lüfte gelegene Kaiser, welcher jedoch den Bau kläglich verpasste. Die Bank konnte sich ein kleines Schmunzeln auf den Stockzähnen nicht verkneifen.

Als in der 80. Minute auch noch Topscorer Ph. Hohl eingewechselt wurde gab es nochmals Tore. Bereits mit der ersten Ballberührung versenkte er den Ball mustergültig im Eckigen. So stand es am Ende 3:8.

Im Grossen und Ganzen passte die gezeigte Leistung zum trüben Wetter. Man hätte gegen diesen Gegner wohl noch ein paar Tore mehr schiessen können, was jedem im Team bewusst war.

Nach dem Duschen genoss man noch das verdiente Bier und freute sich dennoch über den Sieg.

Ein Bericht von Daniel Bärtschi

SC Derendingen 3:8 Haltener SV
Heidenegg, Derendingen
Tore: 33. F. Büttiker (Foulpenalty) 0:1, 35. Winistörfer 0:2, 41. Rohde 0:3, 50. Se. Bommer 0:4, 51. Ada 1:4, 61. Se. Bommer 1:5, 66. Ada 2:5, 82. Winistörfer 2:6, 83. Ph. Hohl 2:7, 87. Ph. Hohl 2:8, 90. Smajic 3:8

Haltener SV: Brägger – Niggeler, Jost, Ryser ­­­­­­­– Rohde – S. Bommer (60. Hilpert), P. Hohl (70. Kaiser), Winistörfer, F. Büttiker (82. Ph. Hohl) – K. Wälchli (75. Streit), Se. Bommer (80. J. Wälchli)

Bemerkungen: HSV ohne Bärtschi (nicht eingesetzt), M. Büttiker, Hürlimann (verletzt), C. Hohl (Arbeit) Schärlig, Summermatter, Karademir, Hess, Neuwiler (nicht im Aufgebot)

2. Mannschaft: Floskeln

Zuerst wollte ich wiederum in die Lyrik abdriften, von heroischen Taten und spektakulären Gegebenheiten berichten, um dir, lieber Leser, die Ereignisse etwas blumiger und farbiger zu schildern, als dass sie tatsächlich waren, und dir bei dieser Lektüre womöglich noch ein feines Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Da die Fussballkunst dem Spiegelberg an jenem Abend gezielt fernblieb, habe mich an den „Profis“ der Fussballberichterstattung orientiert, entschuldigen Sie deshalb die seichte Sprache dieser Dokumentation.

Der FC Rüttenen ist ein altbekannter Gegner, sein Motto lautet wie jedes Jahr: „Wir müssen über den Kampf ins Spiel finden.“
Genau so verlief das gesamte Spiel. Der HSV jedoch nicht zimperlich, hielt in den Zweikämpfen wacker dagegen.
Hinten muss die Null stehen, war stets die Devise, flach spielen, hoch gewinnen, und dann schauen wir, wer den längeren Atem hat. Der HSV war zu Beginn leicht überlegen, packte zuweilen ganz grosses Tennis aus, und versuchte, dem Gegener sein Spiel aufzuzwingen, er hatte auch die besseren Chancen, doch wer sie vorne nicht macht, bekommt sie hinten. Genau so geschah es, der Gegner nutzte seine erste Chance, einen Pfostenabpraller nach einem satten Freistoss verwandelten sie zum 1:0. Plötzlich wurde der HSV nervös und gab das Spieldiktat ab. Totgesagte leben längen, dachte sich Ph. Hohl, und steck den Kopf nicht in den Sand, denn die Rüttener kochen ja auch nur mit Wasser. Er nutzte eine Unachtsamkeit der FCR-Abwehr eiskalt aus. Das Spiel fing wieder bei Null an. Jaja, der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten, das Spiel ist erst vorbei, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Rüttenen kämpfte weiterhin mit harten Bandagen, wurde seines Rufes als kick-and-rush-Mannschaft abermals gerecht. Trotzdem, dass sie die internationale Härte viel zu übertrieben vorleben, spielten sie zu häufig auch den sterbenden Schwan, dem Schiedsrichter entglitt zunehmend die Kontrolle über das Spiel.

Wie sah nun der Matchplan der Haltener aus? Fürs Schönspielen gibts keine Punkte, und in Schönheit zu sterben, bringt nichts. Trotzdem will man Ball und Gegner laufen lassen, die Räume eng machen, die Pass- und Laufwege zustellen, schliesslich ist dies eine Sechs-Punkte-Spiel. Fussballerisch passierte nicht mehr viel, der HSV wendet viel Mühe und Konzentration auf, denn alle wissen: Fussball ist reine Kopfsache, es gibt keine einfachen Gegner. Kurz vor Schluss hat das Zwöi noch Glück, als nach einer Ecke die Abwehr offen wie ein Scheunentor stand. Doch ansonsten war die Hintermannschaft an diesem Tage grundsolide, denn auch der Hobbyfussballer weiss: Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive die Meisterschaft, und der Star war heute sowieso die Mannschaft. Da keine der beiden Mannschaften bereit war, das Handtuch zu werfen, ging das Spiel Unentschieden aus, ein Resultat, mit welchem beide Teams gut leben können, auch wenn der HSV einige Torchancen mehr hatte. Naja, hätte hätte Fahrradkette, ne?

Nachdem ich nun alle Klischees bedient und beinahe jede hohle Phrase in der Fussballwelt gedroschen habe, bleibt mir nichts anderes übrig als zu sagen: Die Saison ist noch lang, wir müssen von Spiel zu Spiel denken, denn: nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

Ich haben fertig. Claude Hohl

2. Mannschaft: Labsal

Wir finden uns im Spätsommer ein, an der Grenze zum Herbst. Die Natur schlüpft in ein lieblich Farbenkleid, und die darin beheimatete Tierwelt bereitet sich auf die karge wärme- und nahrungsarme Zeit vor. Doch alsbald treibt das Wetter ein listig Spiel, die hochsommerliche Wärme, ja Hitze gar, lässt nicht nur mein Herze schneller schlagen und Gemüte trüben, und dies soll an diesem Tage noch die leichteste aller Nervenlast sein.

Die scharfgezahnten Jäger in Rot lechzen nach Punkten und beginnen sogleich ungehalten. Ein durch Unablässigkeit aufgezwängtes, freudig Missgeschick beschert den ersten Freudenschrei. Der Jubel kaum verklungen, bereitet Ph. aus S. das nächste Vergnügen. Seine List vermag die Widersacher zu täuschen, seine Präzision bringt sie zur Verzweiflung. Doch das Glück ist ein wankelmütig Ding, zuvor bejubelt, nun verdammt, erst von ihr beschenkt, danach beraubt. Augenblicke der Schwäche lassen die Hausherren erstarken, ehe K. aus D. die Verhältnisse abermals berichtigt. CIS so wutentbrannt und ungestüm, erlangt weitere Erfolge, vorerst aus eigner Kraft, danach mit Beistand Dritter. Das Spiel, als Freude angedacht, verformt den Spass zu Bitterkeit, aus Wohlgefallen wird Ärgernis, aus Belustigung Raserei.

Immer wieder ist es mir ein unerklärlich Phänomen, wie solche Dinge, die uns von aussen so belanglos und nichtig vorkommen, und sogleich im Eifer des Sports, in vollem Gefecht, im Angesicht des treibenden Schweisses und der pochenden Venen in diesem Augenblicke nichts wichtiger erscheint, und uns von allen guten Sitten und Redlichkeit befreit. Manch einer mag diesem rätselhaften Verhalten mehr erliegen als der nächste, heute konnte man die Unterschiede an der Tenuefarbe erkennen.

Dass solch von Bosheit und Tobsucht getriebene Besessenheit gar vom Erfolge gekrönt sein könnte, liess den Haltner Geist von Verdruss befallen. Doch unverhofft gelingt dem HSV ganz zuletzt die herrliche Befreiung, ein Verdienst von Mut und Glauben.

Eine wunderbare Heiterkeit hat meine Seele eingenommen, eine süsse Genugtuung mein Herze umschlossen.

Ein Bericht von Claude Hohl

CIS Solettese 4:5 Haltener SV
Brühl, Solothurn
Tore: 5. Eigentor CIS 0:1, 7. Philip Hohl 0:2, 14. CIS 1:2, 18, Kevin Wälchli 1:3, 28. CIS 2:3, 60. Kevin Wälchli 2:4, 73. CIS 3:4, 87. CIS (Foulpenalty) 4:4, 89. Kevin Wälchli

Haltener SV: Bärtschi – Jost, Stampfli, Hilpert – C. Hohl, Kaiser, Winistörfer, Rohde, Se. Bommer – K. Wälchli, Hohl
Eingewechselt: Niggeler, Ch. Büttiker, S. Bommer, F. Büttiker, P. Hohl

Bemerkungen: HSV ohne Brägger (nicht eingesetzt), M. Büttiker, Hürlimann, Inäbnit, Summermatter, Schärlig, Ryser, J. Wälchli, Karademir, Hess, Neuwiler (nicht im Aufgebot oder verletzt)

2. Mannschaft: Sieg zum Auftakt

Da steh’n sie, die beiden Trainer, schweissgetrieben und mit ölbeflecktem Hemd, drehen mit aller Kraft an der Kurbel, die den Motor anwerfen soll. Erst Abgase, dicker schwarzer Rauch, ein paar Fehlzündungen, doch dann beginnen die Einzelteile ineinander zu greifen und das „Zwöi“ schiebt sich selbständig von der Startlinie.

Der Auftakt verläuft nach des HSVs Vorstellung. Legionär Rohde holt den ersten Strafstoss der Saison heraus, Mister-100% Philip Hohl fährt eine Wagenlänge Vorsprung heraus. Der erzeugt Schub reicht aus, um weitere Meter zu gewinnen, Bommer Severin verwertet die Verlängerung eines Torhüterabschlags. Die gewagte Konstruktion und Konfiguration des Gefährts führt zu mangelnder Traktion, die potenzielle Energie des Angriffs verpufft ob der Ineffizienz leider viel zu oft. Rohde verschafft mit hübscher Einzelleistung dem HSV ein angenehmes Polster.

Beruhigt, den Wagen in den richtigen Bahnen zu wissen, flacht das Spiel in der zweiten Hälfte qualitativ zunehmend ab. Der Gegner stellt sich als eher durchsetzungsschwach heraus, ein Kolbenfresser in Form einer eher kleinlich gepfiffenen roten Karte unterstützt diese Tendenz. Nach undurchsichtigem Strafraumgewusel fügt sich Abwehrhühne Jost auch noch in die Torschützenliste ein. In voller Fahrt auf der Überholspur entscheidet sich Keeper Bärtschi für eine Vollbremsung, seine Beschäftigungslosigkeit führt zu einer übermütiger Grätsche mit anschliessendem Penalty, den die Gäste verwandeln. Weltenbummler Kevin Wälchli geizt wie üblich nicht mit vergebenen Torchancen, kann schlussendlich doch noch eine davon verwerten. Den Schlusspunkt zum 6:1 setzt Steuermann Fabian Büttiker persönlich.

Das erste Rennen absolviert der HSV zwar siegreich, trotzdem sind Mängel, primär in der Abstimmung und Chancenverwertung, offensichtlich. Bevor man zum Feintuning übergehen kann, muss die Aufgaben- und Rollenverteilung im neuen System in den Köpfen ankommen. Glücklicherweise kann die zweite Mannschaft an solchen Tagen auf ihre Einstellung zurückgreifen.

Ein Bericht von Claude Hohl

Haltener SV – FC Biberist 6:1 (3:0)
Spiegelberg, Halten
Tore: 14. Ph. Hohl (Foulpenalty) 1:0, 16. Se. Bommer 2:0, 42. Rohde 3:0, 52. Jost 4:0, 61. FC Biberist (Foulpenalty) 4:1, 82. K. Wälchli 5:1, 86. F. Büttiker 6:1

Haltener SV: Bärtschi – Jost, Stampfli, M. Büttiker – F. Büttiker, Kaiser, Rohde, Winistörfer, C. Hohl – Se. Bommer, Ph. Hohl
Eingewechselt: Streit, K. Wälchli, Hilpert, S. Bommer

Bemerkungen: HSV ohne Brägger (nicht eingesetzt), Pascal Hohl (Ferien), C. Büttiker (Senioren), Hess, Hürlimann, Inäbnit, Karademir, Neuweiler, Niggeler, Schärlig, Summermatter, J. Wälchli (nicht im Aufgebot)

Das „Zwöi“ hat neues Personal

Wie seit einiger Zeit bekannt, legt Philip Hohl seine Trainertätigkeit nach dreieinhalb Jahren nieder. Trotz personeller Fluktuation verstand er es, die zweite Mannschaft zusammenzuhalten, spielerisch zu fördern, den Teamgeist und Werte wie Respekt, Zuverlässigkeit und Fairness hoch zu halten.
Der HSV und speziell die zweite Mannschaft dankt herzlichst für sein Engagement. Philip Hohl wird künftig dem „Zwöi“ als Spieler und dem HSV als Sportchef erhalten bleiben.

Der neue Trainerposten wird vom bisherigen Assistenzcoach Marcel Stampfli und Fredy Wälchli, ehemals Junioren- und „Eis“-Trainer, besetzt. Sicherlich ein Duo, das sich gut verstehen und ergänzen wird. Den beiden wünschen wir alles Gute!

Zudem heissen wir Beat Neuwiler herzlich willkommen! Er tritt von den Seinoren zur zweiten Mannschaft über. S „Zwöi“ freut’s!

Auf zu neuen Ufern !

Matchvorschau: FC Gerlafingen – 1. Mannschaft

Die Erleichterung war bei Coach und Spielern gleichermassen spürbar, als man vergangenen Samstag den letztlich knappen Sieg gegen GS Italgrenchen ins Trockene bringen konnte. Nach einer engagierten Trainingswoche geht es jetzt darum, diesen Schwung ins letzte Derby der Saison mitzunehmen.

Nur gerade zwei Punkte trennen die beiden Teams in der Tabelle, mit einem Sieg würde man also an Gerlafingen vorbeiziehen. Aufgrund der unglaublich spannenden Konstellation im Abstiegskampf kann man sich eigentlich keinen Fehltritt erlauben.

Anpfiff auf dem Sportplatz Kirchacker in Gerlafingen ist um 13:00 Uhr.

1. Mannschaft: Wichtiger Sieg im Schneegestöber

Die 1. Mannschaft des HSV gewinnt gegen Italgrenchen verdient mit 6:4. Dennoch schafften sich die Haltener kein Polster im Abstiegskampf, weil auch die direkten Gegner am Wochenende siegreich waren.

Von perfektem Fussballwetter konnte letzten Samstag, als der HSV daheim auf Italgrenchen traf, nicht gesprochen werden. Im Gegenteil. Schneegestöber – und das im Mai. Nie gesehene Wetterphänomene also, aber dennoch war die Devise für das Heimteam klar: Verlieren verboten.

Diese Gangrichtung, welche Coach Badir Deveci im Vorspann zur Partie noch einmal verdeutlichte, setzten die HSV-Akteure vorzüglich um. Auf dem sonst schon schwer bespielbaren Terrain, das nun zusätzlich sehr rutschig war, wurde der Gegner aus Grenchen zu Beginn dominiert. Nachdem einige Schüsse der Haltener ihr Ziel mal knapper, mal deutlicher verfehlten, konnte Claude Biegajlo in Minute 11 erstmals einen von Erfolg gekrönten Abschluss verzeichnen. Damit nahm der HSV-Zug sprichwörtlich Fahrt auf und nach einem weiteren Doppelpack von Simon Jost (23. + 40.) war im Grunde allen Anwesenden klar, dass dieser Zug demnächst keinen Halt einlegen würde. Die Pause zwang ihn dann doch dazu.

Nach einigen Worten des Lobes vom Trainer und weiteren zeremoniellen Ritualen wie Schuhe unter dem Föhn trocknen, wurde die Reisegeschwindigkeit wieder erhöht. Trotz zunehmend schlechter werdendem Platzzustand schaffe es die Elf vom Spiegelberg, den Takt hoch zu halten. Mittels wohl noch abgelenktem Freistoss aus rund 17 Metern von Daniel Ernst (54.) und einem Penalty des eben erst eigewechselten Manuel Frey (64.), konnte der Vorsprung gar auf 5:0 erhöht werden. Die rund 15 Zuschauer, die dem Spielgeschehen eingepfercht auf wenige Quadratmeter in der Bar folgten, wollten sich ob dem klaren Verdikt allmählich ins warme Klubhaus zurückziehen, mussten dann aber auf halber Strecke wieder Kehrt machen. Was war passiert?

Nach dem 5:0 durch Frey fielen die Haltener völlig aus dem Konzept. Die umgehende Reaktion Italgrenchens mit dem Treffer zum 1:5 (55. Ivan Palermo) konnte man noch als letztes Aufbäumen abtun. Der Treffer Nico Wolfs zwei Minuten später zum 2:5, der den Abschluss einer für das Terrain bemerkenswerten Ballstafette markierte, vielleicht noch als kleine, unnötige Unachtsamkeit. Doch als dann Giovanni Carnibella per Penalty wieder nur eine Minute später zum 3:5 traf, nahm die Halsschlagader des Trainers Deveci gefährliche Dimensionen an. Der HSV liess sich in der Phase viel zu fest in die eigene Platzhälfte drücken und vergass einige Minuten offensichtlich, dass bekanntlich Angriff die beste Verteidigung wäre. Italgrenchen schaffte sogar noch den Anschluss (75. Gianluca Sortino), bevor der HSV-Zug gerade noch rechtzeitig die Kurve kriegte. Das Heimteam erspielte sich wieder einige gute Torszenen, brauchte dann aber doch nochmals einen Penalty, um den Sieg endgültig in trockene Tücher zu bringen. Wieder war es Frey, der zum 6:4 Schlussresultat verwandelte (84.).

Nach Ende dieses kuriosen Fussballspiels bleibt die Erkenntnis, dass sich an diesem 4. Mai im Jahr 2019 nicht nur das Wetter, sondern auch die 1. Mannschaft des HSV völlig unberechenbar präsentierte. Immerhin kam der HSV-Zug dann doch an der gewünschten Destination an. Und dies trotz Schnee, einem Nothalt und einer Totalentgleisung.

Telegramm:
Haltener SV – GS Italgrenchen 6:4 (3:0)

Spiegelberg, 20 Zuschauer. – Tore: 11. Biegajlo 1:0. 23. Jost 2:0. 40. Jost 3:0. 54. D. Ernst 4:0. 64. Frey 5:0 (Pen). 65. I. Palermo 5:1. 67 Wolf 5:2. 68. Carnibella (Pen) 5:3. 75. Sortino 5:4. 86. Frey 6:4 (Pen).
Halten: Kummer; Eyer, Späti, Stampfli, J. Ernst; Schwaller, D. Ernst; Müller (87. S. Bommer), Schläfli (62. Frey), Biegajlo; Jost.
Italgrenchen: Amerzin; Beutler, Joss, M. Palermo, Del Priore; Giannini, Nuhiu, Bur, Sortino; Wolf, I. Palermo.